Umsetzung der Verordnung zu abschaltbaren Lasten

Aktualisierung vom 6.11.2014

Ausgehend von bisherigen Erfahrungen mit Anbieter-Präqualifikationen haben die Übertragungsnetzbetreiber die Rahmenbedingungen für abschaltbare Lasten weiterentwickelt. Es werden Ergänzungsvereinbarungen zu Rahmenvertrag und Präqualifikationsunterlagen bereitgestellt, um die Teilabschaltung einer abschaltbaren Last zu ermöglichen. Dabei kann eine abschaltbare Last ausgehend von einem definierten Bezugswert ihre Leistungsaufnahme um die Abschaltleistung reduzieren, ohne eine Vollabschaltung herbeiführen zu müssen.

Hierfür bereitgestellte Dokumente:

Ergänzungsvereinbarung zum Rahmenvertrag

Präqualifikationsanforderungen für Teilabschaltung

Zudem haben die ÜNB im Zuge der Inbetriebnahme des Lastmanagementservers (LaMaS) Anpassungen an den IT-Anforderungen für Anbieter vorgenommen.

Für die notwendige Überarbeitung der Anlagen machen die ÜNB von ihrem Anpassungsrecht gem. § 17 (3) des Rahmenvertrages über die Vergabe von Aufträgen zur Erbringung von Abschaltleistung aus abschaltbaren Lasten Gebrauch:

Die Änderungen gelten ab dem 06.11.2014. Sie finden alle neuen Dokumente rechts im grünen Kasten.

 

Hintergrund

Mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) vom 20. Dezember 2012 wurde seitens des Gesetzgebers die Möglichkeit geschaffen, dass zukünftig auch Anbieter von abschaltbaren Lasten für Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Netz- und Systemsicherheit vertraglich verpflichtet werden können. Hierbei bilden die Paragraphen §13 Abs. 4a und 4b EnWG die rechtliche Grundlage für weitere Spezifikation von Anforderungen, Vergütungs- sowie Kostenregelungen im Zusammenhang mit den abschaltbaren Lasten. Diese werden zusammen mit den Kriterien für eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Anwendung in der „Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten“ (AbLaV) weiter präzisiert.

Im Sinne dieser Verordnung werden abschaltbare Lasten als große Verbrauchseinheiten gesehen, die am Hoch- und Höchstspannungsnetz angeschlossen sind, mit nahezu konstant großer Leistung fortwährend Strom abnehmen und aufgrund der Besonderheiten ihres Produktionsprozesses auf Abruf kurzfristig und für eine definierte Mindestzeiteinheit ihre Verbrauchsleistung reduzieren können.

Gemäß der AbLaV werden die deutschen Übertragungsnetzbetreiber zukünftig eine Gesamtabschaltleistung von 3.000 Megawatt monatlich ausschreiben. Zur Teilnahme an einer Ausschreibung ist jeder Anbieter berechtigt, der über eine Abschaltleistung verfügt, die die technischen Anforderungen aus den Paragraphen §5 bis 7 AbLaV erfüllt. Die Erfüllung der Anforderungen ist im Rahmen eines Präqualifikationsverfahrens dem Übertragungsnetzbetreiber nachzuweisen.

Die Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten finden Sie zum Download unter folgendem Link

http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/ablav/gesamt.pdf

 

Präqualifikation

Der für den Anschluss zuständige Übertragungsnetzbetreiber schließt gemäß der zugrundeliegenden AbLaV  bundeseinheitliche Rahmenvereinbarungen mit den Anbietern von abschaltbaren Lasten in seiner Regelzone ab. Die Anbieter müssen in einem bundesweit einheitlichen Präqualifikationsverfahren nachweisen, dass die Verbrauchseinrichtungen den Präqualifikationsanforderungen der Übertragungsnetzbetreiber auf Basis der  AbLaV genügen. Die einheitlichen Präqualifikationsanforderungen der deutschen Übertragungsnetzbetreiber finden sie zum Download rechts im Kasten

Bei Interesse an einer Präqualifikation wenden Sie sich bitte über das Kontaktformular  ("Abschaltbare Lasten" auswählen) an unsere Ansprechpartner, welche im Anschluss mit Ihnen Kontakt aufnehmen.

Eine Teilnahme an der Ausschreibung ist nur mit einem Rahmenvertrag möglich.

 

Rahmenvertrag

Für die Umsetzung der vertraglichen Regelungen aus der AbLaV wurde ein bundeseinheitlicher Musterrahmenvertrag entwickelt, der das Vertragsverhältnis zwischen Anschluss-Übertragungsnetzbetreiber und dem potentiellen Anbieter einer abschaltbaren Lasten regelt. Auf Basis dieses Vertrages können zukünftig die Anbieter von abschaltbaren Lasten für Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Netz- und Systemsicherheit in den operativen Netzbetrieb im Sinne der AbLaV eingebunden werden.

Mit Abschluss des Rahmenvertrages werden die technischen, rechtlichen, organisatorischen, operativen und kommerziellen Rahmenbedingungen zwischen den Anbietern und den Übertragungsnetzbetreibern für die Nutzung der abschaltbaren Lasten festgelegt. Die Rahmenverträge regeln hierbei explizit das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren, die Pflichten der Vorhaltung und Erbringung, die Qualitäten und Abrufoptionen der abschaltbaren Lasten, sowie deren Vergütung. Wesentliche Voraussetzung für den Abschluss eines Rahmenvertrages zwischen einem Anbieter und einem Anschluss-Übertragungsnetzbetreiber ist ein erfolgreich abgeschlossenes Präqualifikationsverfahren für die jeweilige abschaltbare Lasten. Die Dokumentation eines erfolgreichen Präqualifikationsverfahrens ist Bestandteil des gültigen Rahmenvertrages. Der abgeschlossene Rahmenvertrag berechtigt einen Anbieter zur Teilnahme an der monatlichen Ausschreibung für abschaltbare Lasten.

Den bundeseinheitlichen Musterrahmenvertrag finden Sie neben den bundeseinheitlichen Muster-Präqualifikationsanforderungen mit den jeweils zugehörigen Anlagen finden Sie finden sie zum Download rechts im Kasten

Die ÜNB behalten sich vor, einzelne Regelungen des veröffentlichten Musterrahmenvertrages bis zum Abschluss des ersten Rahmenvertrages mit einem Anbieter von abschaltbaren Lasten kurzfristig zu ändern oder zu ergänzen. Die jeweils aktuelle Fassung des Musterrahmenvertrages wird auf den Internetseiten der Übertragungsnetzbetreiber und www.regelleistung.net veröffentlicht.