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31.01.2013

TenneT und Europacable wollen Erdkabel-Nutzung vorantreiben - Beschleunigung des Netzausbaus durch Teilverkabelung
  • Netzbetreiber und Kabelindustrie starten Zusammenarbeit
  • Evaluierung von Teilverkabelung und Vorschläge für rechtliche Rahmenbedingungen

BRÜSSEL, BAYEUTH. Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und der europäische Verband der Kabelindustrie, Europacable, setzen sich dafür ein, dass die Teilverkabelung von Höchstspannungsleitungen in Zukunft zu einer technischen Standardoption wird. „Wir wollen den Netzausbau beschleunigen. Das wird nur gelingen, wenn die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger hierfür wächst. Deshalb möchten wir die Nutzung von Erdkabeln bei Höchstspannungsleitungen weiter entwickeln, damit sie als technische Standardoption in vielen Leitungsbauprojekten mitgenutzt werden kann. Dabei steht die Gewährleistung der Versorgungssicherheit im Fokus“, so Lex Hartman, Geschäftsführer von TenneT. „380-Kilovolt-Erdkabel sind Stand der Technik und werden weltweit eingesetzt. Europäische Unternehmen sind hierbei führend. Wir möchten einen verantwortungsvollen Rahmen schaffen, um diese Technologie nun auch im deutschen Netzausbau als verlässliche Übertragungstechnologie zunehmend einzusetzen“, sagte Marcello del Brenna, Mitglied des Vorstandes von Europacable.

Hartman und del Brenna erklärten, dass beabsichtigt sei, Teilverkabelung angemessen in sensiblen Gebieten zu nutzen, um die in Deutschland gesetzlich vorgesehen Pilotstrecken für Erdverkabelung beschleunigt umzusetzen. Außerdem solle ein Evaluierungsprogramm für Teilverkabelung gestartet werden, das durch unabhängige Wissenschaftler begleitet werde. Dabei würde neben den deutschen Pilotstrecken auch die in den Niederlanden gebaute Teilverkabelung im Randstad-Projekt untersucht. Der weitere Einsatz von Erdkabeln in Deutschland ist auch an rechtliche Rahmenbedingungen gebunden. Daher würden TenneT und Europacable abhängig vom Ausgang der Evaluierung entsprechende gemeinsame Vorschläge für eine künftige Gesetzgebung entwickeln. Hartman und del Brenna kündigten an, dass erste Ergebnisse der Evaluierung und Vorschläge für rechtliche Rahmenbedingungen in den nächsten Monaten vorgestellt würden.

Über TenneT:
TenneT ist der erste grenzüberschreitende Übertragungsnetzbetreiber für Strom in Europa. Mit ungefähr 20.000 Kilometern an Hoch- und Höchstspannungsleitungen und 36 Millionen Endverbrauchern in den Niederlanden und in Deutschland gehört das Unternehmen zu den größten Netzbetreibern in Europa. Sein Fokus richtet sich auf die Entwicklung eines nordwesteuropäischen Energiemarktes und auf die Integration erneuerbarer Energie.

In Deutschland wird TenneT bei zwei im Energieleitungsausbaugesetz vorgesehenen Erdkabel-Pilotprojekten in Niedersachsen und Hessen auf insgesamt ca. 17 Kilometer Erdkabelabschnitte bauen (Leitungsbauprojekte Ganderkesee – St. Hülfe sowie Wahle – Mecklar). Das Unternehmen baut außerdem in der niederländischen Randstad-Region bereits einen 20 Kilometer langen Erdkabelabschnitt. Zehn Kilometer sind bereits fertig gestellt.

Über Europacable:
In dem Verband sind ca. 85 Prozent der europäischen Draht- und Kabelhersteller organisiert. 1991 gegründet, sind die Mitgliedsunternehmen globale Technologieführer, aber auch hochspezialisierte KMUs, die Energie-, Telekommunikations- und Datenkabel herstellen. Mit über 55.000 Mitarbeitern in ganz Europa und einem Draht- und Kabelbedarf im Wert von 20 Milliarden Euro, haben die Mitgliedsunternehmen von Europacable 2009 allein in Europa 38 Millionen Kilometer Kabel hergestellt.

Ansprechpartner:
TenneT: Ulrike Hörchens, ulrike.hoerchens@tennet.eu; Tel. 0921/507404045; mobil 0151/17131120

Europacable: Volker Wendt; v.wendt@europacable,com; mobil 0175/2497391 

Positionspapier zum Thema Erdkabel

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